Baumwolle: Der Alleskönner unter den Stoffen

Baumwollstoffe tragen wir zu jeder Jahreszeit und praktischerweise sind sie auch für Anfängerinnen an der Nähmaschine leicht zu nähen. Baumwolle ist eine Pflanze, die Menschen schon vor tausenden Jahren kultiviert haben, irreführend ist allerdings der Begriff „Baum“, denn bei Baumwollpflanzen handelt es sich um Sträucher, die bis zu sechs Meter in die Höhe wachsen können.

Ebenfalls nicht besonders präzise ist der Begriff „Wolle“ im Zusammenhang mit dem Stoff. Denn was verarbeitet wird und was wir später als Kleidung tragen, sind pflanzliche Samenhaare. Analog zur tierischen Wolle stellen wir aus diesen Haaren Garne, Gewebe und Wirkwaren (d.h. elastische Baumwollstoffe wie z.B. Jersey) her. Baumwolle wächst idealerweise in einem heißen, tropischen Klima und daher stammt die meiste Baumwolle, die wir in Deutschland zu Kleidung verarbeiten, von anderen Kontinenten und aus anderen Ländern: China, die USA, Indien, Pakistan, Mexiko, Brasilien und Australien sind die wichtigsten Anbauländer, in Europa gibt es nennenswert große Plantagen nur in Griechenland und in der Türkei.

Wir bei Zierstoff lieben diesen Stoff, denn kaum ein anderes Material ist mit Blick auf Design und Beschaffenheit so vielseitig: Im Sommer ist Baumwollstoff als leichte Kleidung gefragt. Wir nähen daraus gerne Kleider, Blusen, Shirts, leichte Sommerhosen und leichte Sommerjacken. Im Winter sind eher wärmende Baumwollstoffe wie Babycord oder Flanell gefragt. Wichtig ist wie bei allen anderen Stoffen auch die Dicke und Beschaffenheit des Garns und die Bindungsart welche gewebt wird. Auch Mischungen mit Baumwolle ergeben interessante Stoffe. Jeder kennt ja am Beispiel Denim, dass es leichte und festere Gewebe gibt die eine unterschiedliche Festigkeit besitzen. Man kann also nicht sagen, dass der eine Baumwollstoff wie der andere fällt oder die gleichen Eigenschaften besitzen, jeder Stoff ist ein Unikat für sich.

Ein großes Thema ist schon länger das Recycling: In den Jahren von 2000 bis 2014 hat sich die Zahl der produzierten Kleidungsstücke weltweit jährlich von 100 Millionen auf 200 Millionen verdoppelt. Geschätzt ein Drittel davon sind Textilien aus Baumwolle. Und der Altkleiderberg wächst weiter. Wer selber näht, leistet mit Baumwolle einen Beitrag für eine bessere Umwelt. Warum? Weil wir mit den selber hergestellten Sachen meist respektvoller umgehen als mit gekaufter Kleidung. Und nicht alle Sachen, die Du oder Deine Kinder nicht mehr tragen möchten, müssen zwangsläufig bei der Altkleidersammlung landen. Gerade bei selbst genähter Kleidung finden sich meist viele Abnehmer, so dass sich die Tragezeit eines Bekleidungsstückes verlängert.

Pin It on Pinterest

Pin It on Pinterest