Jersey

Nähen mit Jersey

Vor allem, wenn Du viel für Kinder nähst, kommst Du um den bekannten Jersey Stoff nicht herum. Auch wenn viele Nähanfänger Respekt vor dem Nähen mit Jersey haben, ist der Stoff eigentlich ganz einfach zu vernähen, wenn einige Dinge beachtet werden.

Zunächst einmal solltest Du den Stoff vor der Verarbeitung wegen des Einlaufs und möglicher Farbüberreste waschen. Um zu verhindern, dass sich der Stoff beim Waschen verzieht, kannst Du ihn mittig falten und an den Seiten zusammennähen. Nachher kann die Naht einfach wieder abgeschnitten werden. Der Jersey Stoff ist gestrickt und zählt daher zu den Maschenwaren. Er ist sehr elastisch und es wird grob zwischen Single-Jersey und Double-Jersey unterschieden, siehe Auflistung unten. Ersteres ist etwas leichter, der Doppel-Jersey hingegen hat zwei rechte Seiten und ist dadurch etwas leichter zu vernähen. Die Ränder rollen sich hier nicht so stark ein, was bei dünnen Single-Jersey Qualitäten oftmals der Fall ist. Wenn Du beispielsweise etwas Formband am Rand aufbügelst, kannst Du für einen stabileren Rand sorgen.

Darauf ist beim Nähen mit Jersey zu achten

Beim Nähen mit Jersey gilt dasselbe wie auch bei anderen Stoffen. Wenn Du mit der Nähmaschine arbeitest, solltest Du so wenig Zug wie möglich ausüben und die Nähmaschine den Stoff führen lassen. Zudem ist beim Jersey Stoff ein elastischer Stich wichtig, da die Naht sonst reißen kann. Wenn dir der Stoff beim Nähen in die Nähmaschine gezogen wird, nähst Du wahrscheinlich zu knapp am Rand. Beachte, dass Du ausreichend Nahtzugabe hinzugibst. Je dünner der Stoff ist, desto mehr Nahtzugabe kannst Du dazu geben. Um Löcher in deinem Stoff zu vermeiden, nutzt Du zudem am besten eine Jersey Nadel.

Nähen mit Jersey – Jersey-Nadel und Maschenstich

Wenn Du eine normale Nadel zum Nähen mit Jersey nutzt, kann es sein, dass sich ein kleines Loch im Stoff bildet. Daher besorgst Du dir am besten eine Jersey-Nadel, welche eine abgerundete Spitze besitzt. So wird die Faser beim Nähen nicht durchstochen und die Entstehung von Löchern wird vermieden. Zum Nähen nutzt Du am besten einen Zickzack-Stich mit verringerter Stichbreite. So sticht die Nadel nicht ganz so weit nach rechts und links ein. Und durch das Zickzacknähen wir die Naht dehnbar. Das Versäubern der Nähte machst Du erst nach dem Zusammennähen, ebenfalls mit einem Zickzack-Stich. Versäuberst Du schon vorher die Kanten, kann es sein, dass diese sich stark ausdehnen oder wellen und so die verschiedenen Schnittteile nicht mehr zueinander passen. Mit einer Overlook-Mähmaschine kannst Du allerdings auch gleichzeitig nähen und versäubern. Hier benötigst Du dann etwas weniger Nahtzugabe.

Dehnbare Materialien werden im Allgemeinen als Jersey bezeichnet. Der Begriff sagt jedoch nichts über die Zusammensetzung des Materials aus, denn es gibt z.B. Baumwoll-Jersey, Viskose-Jersey oder auch Woll-Jersey.

Jersey wird gestrickt oder gewirkt und besitzt auf der rechten und linken Seite ein unterschiedliches Warenbild, da ganz einfach rechts/links gestrickt oder gewirkt wird. Bei gewebten Stoffen spricht man vom Fadenlauf, bei gestrickten Stoffen wird auch häufig der Begriff Maschenlauf verwendet.

Single-Jersey: Der typische Single-Jersey ist der Baumwoll-Jersey mit einem Elasthananteil von 3 bis 8 Prozent. Je höher der Elasthananteil, desto elastischer ist der Jersey. Das Elasthan gewährleistet die Sprungkraft des Stoffes. Das heißt, der Jersey zieht sich immer wieder in Form zurück und beult nicht aus. Er ist also formstabil. Zudem ist die Ware weich, anschmiegsam und bietet einen hohen Tragekomfort. Single-Jersey wird sehr häufig für Kinder- und Erwachsenenbekleidung eingesetzt.

Viskose-Jersey wird wie der Baumwoll-Jersey hergestellt, aber eben mit Viskose- statt mit Baumwollfasern. Viskosefasern sind dünner, glänzender und glatter als Baumwollfasern. Viskose-Jersey ist deshalb auch etwas schwerer zu verarbeiten als Baumwoll-Jersey, da die Ware glatt ist und leicht „wegrutschen“ kann. Der Vorteil von Viskose-Jersey ist aber sein fließender Fall. Das ist wichtig für sehr weite Hosen, die später „weich fallen“ sollen.

Double-Jersey: Hier spricht man oft von einem 2-Fadensystem, da noch ein Faden mitgestrickt wird. Diese Qualität ist meist etwas schwerer und fester als der normale Single-Jersey. Romanit- oder Punto-Roma-Gewirke sind die im Handel bekannten festeren, dickeren Gewirke. Im Unterschied zum normalen Single-Jersey sieht das Warenbild hier auf beiden Seiten gleich aus. Denn es wird rechts/rechts bzw. links/links gestrickt.

InterlockJersey wird wie der Double-Jersey mit einem 2-Fadensystem gestrickt. Auch hier sieht das Warenbild auf beiden Seiten gleich aus. Durch seine Herstellungsart rollt sich dieser Jersey an den Kanten nicht so stark ein und ist für Nähanfänger bestens geeignet. Interlock-Jersey kann fein, dick oder grob gestrickt sein – je nach verwendetem Garn. Gerippte Jerseyqualitäten, wie z.B. Bündchenstoffe, zählen auch zu den Interlock-Jerseys.

French Terry: Auch dieses Material wird in einem 2-Fadensystem hergestellt. Die rechte Seite sieht gestrickt aus, die linke Seite weist jedoch eine typische Schlingenstruktur auf. Die Schlingen entstehen, wenn der Stoff gewirkt und nicht gestrickt wird. Werden sie aufgeschnitten und mechanisch angeraut, entsteht eine wärmende, kuschelige Innenseite. French-Terry-Qualitäten werden im Allgemeinen als Sweatshirtstoffe bezeichnet und heute vor allem für die Fertigung von Jogginghosen, Sweatshirts und Freizeitmode verwendet.

Sweatshirtstoff ist zwar keine offizielle Stoffbezeichnung, sie wird allerdings sehr häufig benutzt, da sie allgemein bekannter und gängiger ist als die korrekte Bezeichnung „French-Terry-Stoffe“.

In diesem Video möchten wir Dir einen Überblick über verschiedene Stoffe geben. Wir konzentrieren uns auf Baumwolljersey, French Terry, Sweatshirtstoffe, Joggingstoffe, Viskosejersey und Bündchenware.

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